Marie-Therese Schönbächler (2002): „In die dunkle Welt der Männer heineingesprengt.“ Schweizerische Doktorandinnen an der Universität Bern 1889-1945.

1874 promovierte die erste Doktorandin in Bern. Seither sind ihr viele Frauen gefolgt. Die Rolle der Frau in der Gesellschaft wurde wesentlich durch die Geschlechtscharaktere geprägt, was sich sowohl auf die Zielvorstellungen weiblicher Bildung wie auch auf deren institutionelle Ausgestaltung auswirkte. Frauen an der Universität wurden verschiedensten Diskriminierungen ausgesetzt. Diese fanden ihre Fortsetzung in horizontaler und vertikaler Segregation der akademischen Berufsfelder. Vor diesem Hintergrund lässt sich die eher bescheidene Anzahl der Dissertationen von Schweizerinnen (241) zwischen 1874 und 1945 begründen. Die „Alma-Mater-Datenbank“ (937 Datensätze) und die Ergänzungsliste (Zusatzinformationen zu den Schweizer Doktorandinnen) bilden die empirische Basis, um die zahlenmässige Entwicklung in den verschiedenen Fachgebieten sowie die zunehmende Assimilation des „weiblichen“ akademischen Wegs an den „männlichen“ darzustellen.